Wir, die Träumer: Zwei Menschen auf dem Weg nach oben

Als ich ihm die teuren Appartments im Bonzenviertel Kölns zeige und geheimnisvoll lächelnd hinzufüge, ich würde irgendwann da wohnen, entgegnet er nur: „Das wirst du auch. Und lass dir von niemandem sagen, dass es nicht möglich ist.“

Das war der Punkt, an dem ich anfing darüber nachzudenken, wie verschieden Menschen doch sein können. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nur Menschen kennengelernt, die mich als Träumer abstempelten, und mir jedes Mal erklären lassen, warum meine Ziele zu groß und meine Träume zu unreal waren. Doch dann kam er.

Wir träumen zusammen

„Das ist mein Traumhaus“, höre ich ihn sagen, „und ich werde mir den Arsch aufreißen, dass ich irgendwann da leben werde.“ Er hält mir ein Foto vor die Nase und ich fange automatisch an zu schmunzeln, als ich die mehrstöckige Glashaus-Villa mit Swimming-Pool und Gartenanlage sehe. Es ist ein Traum, den jeder hat. Die wenigsten schaffen’s. Aber in diesem Moment spüre ich, dass uns etwas verbindet; eine Willenskraft, die stärker ist als die bittere Enttäuschung von Misserfolgen. Und ich fühle mich geborgen, angekommen, wohl – in seinen Armen gibt es nur einen Weg und dieser ist der richtige. Wir träumen zusammen.

Ich finde, dass das Wort „träumen“ nicht zu solchen Situationen passt. Der Gedanke, dass man von einem Traum aufwacht und sich dann sozusagen im grauen Alltag wiederfindet, ist schrecklich. Aber wie beschreibt man das Gefühl, wenn man eine besondere Idee hat, eine ungewöhnliche Vision, und dass man mit allen Mitteln versucht, diese Vision zu realisieren? Einen Plan? Jedes gute Geschäft beginnt mit einer Geschäftsidee. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Hat der Tellerwäscher geträumt? Hat er gekämpft und sich den Arsch aufgerissen? Oder hatte er einfach Glück?

Kämpfer unter sich

Erfolg sei die beste Rache, so sagt man, denn Menschen können grausam sein. In den meisten Fällen gehen wir unseren Weg doch allein. Wir haben eine Vorstellung, wie alles aussehen könnte, wie es besser werden könnte, wie wir aus unserem jetzigen Leben rauskommen. Und dann fangen wir an zu handeln. Wir notieren uns alle möglichen – und unmöglichen – Wege, um unsere Vorstellung in Realität umzusetzen. Eine Liste, die nie endet, weil sie einfach unendlich und voller Möglichkeiten ist. Und die Liste wird länger und länger, und während diese Liste sich von Tag zu Tag, von Idee zu Idee verlängert, fangen wir an, die ersten Wege zu gehen. Wir erleben erste Hindernisse, geben die Hoffnung auf, fallen tief, stehen wieder auf, gehen den Weg zurück und fangen nochmal an – wir kämpfen. Hat nicht geklappt? Nächster Weg. Oder eine Woche Pause und nächster Weg. Die Strengen unter uns kennen das Wort „Pause“ nicht – sie kämpfen bis zum Burnout. Sie sind überzeugt, dass sie all ihre Sorgen irgendwann mit Luxus beseitigen können.

Wir entwickeln Ideen, die wir stetig erweitern und zigfach umändern – aber niemals aufgeben. Unser Weg endet nicht mit dem Tod, sie endet mit der Hoffnungslosigkeit.

Wir schauen uns an, wie andere es geschafft haben. Wir beobachten, wir analysieren, wir machen nach. Wir kopieren. Wir lassen uns inspirieren. Wir lassen uns leiten von den Erfolgen anderer, weil uns nichts von ihnen unterscheidet, weil wir alle mal Träumer waren und jetzt stehen einige von uns ganz weit oben. Es ist möglich. Jeder, der sagt, dass es nicht geht, lügt.

Wie real sind Träume und wie viel Platz zum Träumen bietet die Realität?

Natürlich wird es nicht einfach. Wer hatte es je einfach? Es gibt keine Grenzen. Wer hoch hinaus will, kann tief fallen. Aber wer tief fällt, kann auch hoch hinaus. Uns können Flügel wachsen, mit denen wir fliegen, so, als wäre es das normalste der Welt. Wir lassen uns diese Flügel nicht abschneiden. Keiner kann uns was. Wir sind Kämpfer und wir träumen. Träume werden wahr, wenn man sich von ihnen leiten lässt. Wenn es nur eine einzige Bestimmung für einen Menschen gibt und wenn diese lautet „ich MUSS meinen Traum leben“, dann wird er ihn auch leben. Das erkannte bereits Motivationscoach Eric Thomas, als er sagte, dass wenn sich jemand so sehr den Erfolg wünscht, wie in der nächsten Sekunde atmen zu können, dann würde er erfolgreich werden.

Ich glaube an uns. Wir halten die Welt in unseren Händen, wenn wir zusammen sind. Wir überstehen Niederlagen, lernen aus Fehlern, aber lernen vor allem wieder aufzustehen. Und wir haben große Ziele. So groß, dass sie uns manchmal selbst Angst einjagen. Doch wenn unsere Träume so groß sind, dass sie uns Angst machen, dann sind sie perfekt. Jeden Morgen stehen wir auf, wir kommen unseren Träumen näher, gedanklich sind wir schon bei ihnen, und die Realität schlägt uns wieder zu Boden, der Fall auf kalten Boden schmerzt, doch wir geben nicht auf. Es gilt, seine Hoffnung beizubehalten, und wir sind voller Euphorie und Optimismus. Nein, warte – wir sind keine Optimisten, wir sind Realisten! Warum? Weil wir daran glauben, dass nichts unmöglich ist. Und wenn nichts, rein gar nichts, unmöglich ist, dann ist alles möglich. Und das ist Realität.

Wir werden es schaffen. Und irgendwann hältst du mich in deinen starken Armen, während wir aus der Glashaus-Villa schauen, und du sagst mir, dass du mich liebst, und wir waren noch nie so reich wie in diesem Moment, reich an Vertrauen, Zweisamkeit und Liebe.

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